Handelsstrategie: was sie ausmacht und wie sie aufgebaut ist
Wer anfängt, sich mit automatisiertem Handel zu beschäftigen, stößt schnell auf den Begriff Handelsstrategie. Doch was macht eine Handelsstrategie eigentlich aus, und aus welchen Teilen setzt sie sich zusammen? Am Ende dieses Artikels weißt du, wie eine Strategie im Kern aufgebaut ist, welche Bausteine dazugehören und worin sich der manuelle Aufbau von Hand von einer automatisch erzeugten Strategie unterscheidet.
Eine Handelsstrategie ist eine Wenn-Dann-Regel
Im Kern lässt sich eine Handelsstrategie als eine Menge von Wenn-Dann-Regeln beschreiben: Tritt eine bestimmte Bedingung ein, wird eine Aktion ausgeführt. Unterschiedliche Strategiestile unterscheiden sich vor allem darin, wie diese Regeln aufgebaut sind, nicht darin, ob sie überhaupt aus solchen Regeln bestehen. Diese Grundform gilt unabhängig davon, welchen Stil eine Strategie später verfolgt. Sie beschreibt lediglich das Prinzip, nicht ob eine bestimmte Strategie damit auch erfolgreich handelt.
Bedingungen und Aktionen im EA Wizard
Im Modul EA Wizard von StrategyQuant X wird eine Strategie über Handelsregeln definiert, die jeweils aus einer Bedingung und einer Aktion bestehen. Die Bedingung beschreibt, worauf die Regel wartet, die Aktion, was passiert, sobald die Bedingung erfüllt ist. Diese Zweiteilung gilt so, wie sie für den EA Wizard beschrieben wird. Allein reicht sie aber nicht aus, um eine vollständige, handelbare Strategie zu ergeben: dafür braucht es zusätzlich die Ordertypen und das Regelwerk, mit denen eine solche Bedingung und Aktion im Markt umgesetzt werden.

Die Bausteine einer Handelsstrategie
Eine Handelsstrategie setzt sich aus mehreren Elementen zusammen: aus Einstiegsorder, aus Ausstiegsorder und aus Befehlen für das Trade-Management, zum Beispiel einem Befehl, der einen Trailing-Stop nachzieht. Die Einstiegsorder eröffnet eine Position, die Ausstiegsorder schließt sie wieder, und die Befehle für das Trade-Management passen die Position an, während der Trade läuft. Diese drei Elemente ersetzen sich nicht gegenseitig: Befehle für das Trade-Management machen eigene Ausstiegsregeln nicht überflüssig.

Wie eine erste Auswahl an Strategien entsteht
Wenn StrategyQuant X eine erste, zufällig erzeugte Population von Strategien aufbaut, kombiniert es dafür Preismuster, technische Indikatoren, Ordertypen und weitere Bausteine zu Einstiegs- und Ausstiegsregeln. Das bedeutet nicht, dass jede so entstandene Strategie automatisch sinnvoll oder handelbar ist: Die zufällige Kombination ist nur der Ausgangspunkt, aus dem später weiter ausgewählt und getestet wird. Eine zufällig erzeugte Strategie ist damit weder von vornherein tauglich noch von vornherein ungültig, sie ist zunächst ein Vorschlag, der geprüft werden muss.
Der alte Weg: eine Strategie von Hand bauen
Bevor es automatisierte Generierung gab, wurde eine Handelsstrategie von Hand gebaut, und dieser Weg wird als langsamer Prozess aus Ausprobieren beschrieben: Der Trader wählt Bausteine wie Indikatoren, Preismuster und Ordertypen aus, testet den Prototyp an historischen Kursdaten und muss ihn bei einem unbefriedigenden Ergebnis in der Regel wiederholt überarbeiten und erneut testen. Das heißt nicht, dass manuelle Entwicklung grundsätzlich nicht funktioniert, und automatisierte Erzeugung nimmt einem Trader das Testen und das eigene Urteilsvermögen nicht ab. Beide Wege brauchen am Ende eine Prüfung, ob das Ergebnis überzeugt.

Was die Bausteine zeigen, und was nicht
Die Bausteine, die in diesem Artikel vorgestellt wurden, das Wenn-Dann-Prinzip, die Aufteilung in Bedingung und Aktion, Einstiegsorder, Ausstiegsorder und Trade-Management, zeigen dir, woraus eine Handelsstrategie besteht. Sie zeigen dir nicht, ob eine konkrete Strategie in der Vergangenheit gut abgeschnitten hätte oder wie sie sich künftig verhält. Ein Test an historischen Kursdaten, wie er beim manuellen Aufbau erwähnt wurde, beschreibt immer nur, wie sich ein Regelwerk auf den Daten der Vergangenheit verhalten hätte, nichts weiter.
Dieser Beitrag dient der Bildung und ist keine Anlageberatung. Vergangene Ergebnisse, auch aus Backtests, sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Der Handel mit Finanzinstrumenten ist mit Risiken verbunden, du kannst Geld verlieren.
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